Im Waldstadion Dölau lag an diesem Sonntagnachmittag eine gewisse Ungewissheit in der Luft. Noch bis kurz vor dem geplanten Anpfiff um 15:00 Uhr in der Humanas Frauen Verbandsliga war unklar, ob die Partie der Frauen des SV Blau-Weiß Dölau gegen SV Allemannia 08 Jessen überhaupt stattfinden würde. Die Gäste trafen erst 30 Minuten vor Anpfiff ein – viel Zeit für Vorbereitung blieb auf beiden Seiten nicht.

Die Ausgangslage für Dölau war ohnehin schwierig. Nach deutlichen Niederlagen gegen den Halleschen FC (0:8) und den SV Germania Hergisdorf (0:5) war die Verunsicherung spürbar. Hinzu kam, dass die Gastgeberinnen von Beginn an nur zu zehnt auf dem Kunstrasen standen – und sich die personelle Situation zur zweiten Halbzeit weiter verschärfte.

Erste Halbzeit: Mutige Momente im Fokus

Durch den Sucher meiner Kamera zeigte sich in den ersten 45 Minuten dennoch ein überraschend ausgeglichenes Spiel. Dölau agierte kompakt, kämpfte um jeden Ball und setzte immer wieder kleine offensive Akzente. Auch Jessen kam zu Chancen, doch klare Überlegenheit war zunächst nicht zu erkennen.

Immer wieder richtete sich mein Objektiv auf die Torhüterin von Dölau, die mit starken Paraden und gutem Stellungsspiel überzeugte. Sie hielt ihre Mannschaft im Spiel und war einer der Gründe dafür, dass es torlos in die Halbzeitpause ging.

Zweite Halbzeit: Abwehrschlacht und schwindende Kräfte

Mit Wiederanpfiff änderte sich das Bild deutlich. In doppelter Unterzahl blieb Dölau kaum noch Luft zum Durchatmen. Angriff um Angriff rollte auf das Tor der Gastgeberinnen zu – für mich bedeutete das eine permanente Fokussierung auf den Strafraum.

Bis zur 73. Minute hielt Dölau dem Druck stand. Dann fiel das 0:1 durch Rebekka Langhammer. Trotz des Rückstands stemmte sich die Mannschaft weiter gegen die Niederlage, getragen von großem Einsatz und einer weiterhin stark haltenden Torfrau.

Zwei Szenen sorgten zwischenzeitlich für bange Momente: Nach Verletzungen auf Seiten von Dölau mussten Spielerinnen behandelt werden. Sowohl auf dem Platz als auch am Spielfeldrand wurde es kurz still. Glücklicherweise konnten beide weitermachen – sichtbar angeschlagen, aber kämpferisch bis zum Schluss.

Entscheidung in der Schlussphase

Mit zunehmender Spielzeit schwanden bei Dölau die Kräfte, während Jessen seine spielerische Überlegenheit immer deutlicher ausspielte. In der 88. Minute fiel schließlich die Entscheidung: Ämilia Judith Fritzsche traf zum 0:2-Endstand.

Weitere Möglichkeiten der Gäste blieben ungenutzt – nicht zuletzt, weil die Dölauer Torhüterin Daya Juliane Tscharntke weiterhin mit starken Aktionen überzeugte und sich als klare Spielerin des Spiels präsentierte.

Fazit

Aus fotografischer Sicht war es ein Spiel voller Emotionen, Einsatz und intensiver Zweikämpfe. Trotz widrigster Umstände zeigte der SV Blau-Weiß Dölau Moral und großen Kampfgeist. Der SV Allemannia 08 Jessen nutzte in der zweiten Halbzeit seine Überzahl konsequent und sicherte sich einen verdienten Auswärtssieg.

Am Ende bleiben Bilder eines Spiels, das vor allem eines gezeigt hat: Leidenschaft und Zusammenhalt – selbst dann, wenn die Voraussetzungen kaum schwieriger sein könnten.

Fotos + Text: Sebastian Kraneis

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