U23-Frauen-Länderspiel | Deutschland – Dänemark 2:2 (0:0)
08. Juni 2026 | Leuna-Chemie-Stadion Halle (Saale) | Zuschauer: 1.220
Als die Abendsonne langsam über dem Leuna-Chemie-Stadion verschwand und die Flutlichtmasten die Szenerie übernahmen, boten die deutschen U23-Frauen ihren 1.220 Zuschauern noch einmal alles, was ein internationales Fußballspiel ausmacht: Tempo, Chancen, Wendungen und eine Spielerin, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückte.
Vom Spielfeldrand betrachtet begann die Partie mit hohem Tempo. Die Auswahl von Bundestrainer Michael Urbansky zeigte von Beginn an, dass sie sich im letzten Länderspiel der Saison mit einem Erfolgserlebnis verabschieden wollte. Bereits nach wenigen Minuten lag der Führungstreffer in der Luft. Nach einem Fehler im dänischen Aufbauspiel kam Deutschland früh zur ersten Großchance, doch der Abschluss von Sophie Weidauer landete nur an der Latte. Der Jubel auf den Rängen blieb zunächst stecken.
Auch die Gäste aus Dänemark, betreut von Trainer Mark Strudal, versteckten sich nicht. Immer wieder suchten sie den Weg nach vorn und sorgten für Gefahr vor dem deutschen Tor. Besonders Torhüterin Rafaela Borggräfe rückte dabei mehrfach in den Fokus der Fotografen. Mit einer starken Parade nach einem gefährlichen Freistoß verhinderte sie den Rückstand und hielt ihre Mannschaft im Spiel.
Die erste Halbzeit entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Deutschland kam durch Marie Steiner und Julia Mickenhagen gleich mehrfach aussichtsreich zum Abschluss, während Dänemark immer wieder Nadelstiche setzte. Dennoch fehlte beiden Mannschaften zunächst die letzte Präzision im Abschluss. So ging es nach 45 unterhaltsamen Minuten torlos in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild schnell. In der 54. Minute gelang Marie Steiner jene Szene, die sinnbildlich für ihren gesamten Abend stehen sollte. Mit viel Entschlossenheit setzte sie sich gegen ihre Gegenspielerinnen durch, behielt vor dem Tor die Übersicht und schob den Ball zur verdienten deutschen Führung ins Netz.
Lange währte die Freude jedoch nicht. Nur wenige Minuten später sorgte eine scharf hereingebrachte Flanke der Däninnen für Verwirrung im deutschen Strafraum. Am Ende landete der Ball unglücklich durch Jella Veit im eigenen Tor – der Ausgleich zum 1:1.
Die Gäste nutzten den Rückenwind und drehten die Begegnung wenig später sogar komplett. Mariann Høgh fand aus der Distanz die Lücke in der deutschen Defensive und brachte Dänemark in der 71. Minute erstmals in Führung.
Deutschland zeigte jedoch Moral. Die Gastgeberinnen erhöhten den Druck, drängten auf den Ausgleich und wurden schließlich belohnt. Acht Minuten vor dem Ende war erneut Marie Steiner zur Stelle. Nach einer klugen Vorarbeit aus dem Rückraum reagierte die Angreiferin am schnellsten und schob zum 2:2 ein.
Die letzten Minuten gehörten beiden Mannschaften gleichermaßen. Chancen auf den Siegtreffer gab es auf beiden Seiten, doch am Ende blieb es beim leistungsgerechten Unentschieden.
So endete die Saison für die deutsche U23-Nationalmannschaft mit einem Spiel, das die Entwicklung dieser Mannschaft noch einmal eindrucksvoll widerspiegelte: mutig, offensivfreudig und jederzeit bereit, Rückschläge wegzustecken. Über allem stand an diesem Abend jedoch der Name Marie Steiner, die mit ihren beiden Treffern maßgeblichen Anteil daran hatte, dass Deutschland einen Rückstand noch in ein verdientes Remis verwandelte.
Tore:
1:0 Marie Steiner (54.)
1:1 Jella Veit (58., Eigentor)
1:2 Mariann Høgh (71.)
2:2 Marie Steiner (82.)
Deutschland U23: Trainer Michael Urbansky
Dänemark U23: Trainer Mark Strudal
Schiedsrichterin: Franziska Wildfeuer
- Assistentin: Simone Jakob
- Assistentin: Savina Duderstadt
- Offizielle: Franziska Koch
Bilder + Text: Sebastian Kraneis
























































































































































































































